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AOK Borgfelde

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(Richard Kuöhl)
Relief im Eingangsbereich der Verwaltungsstelle der AOK in Borgfelde
Relief im Eingangsbereich der der Verwaltungsstelle der AOK in Borgfelde
Relief im Eingangsbereich der Verwaltungsstelle der AOK in Borgfelde
Das Grabmal Anthes (ehemals Eggers auf dem Ohlsdorfer Friedhof Im Eingangsbereich der Verwaltungsstelle der AOK in Borgfelde zeugen diese beiden Reliefs vom Sorgen für die alten und jungen Menschen. Das Verwaltungsgebäude steht in der Bethesdastraße nahe der Kreuzung mit der Burgstraße.

Die expressionistischen Reliefs sind von dem Hamburger Bildhauer und Keramiker Ludwig Kunstmann (*1877 in Regensburg; †1961 in Hamburg). Das Gebäude wurde von 1924 bis 1925 als Verwaltungs- und Wohngebäude errichtet.

Ludwig Kunstmann kam 1910 nach Hamburg. Von ihm sind einige weitere Plastiken in Hamburg erhalten. Hierzu gehören

  • das Pferd am Gerhart Hauptmann Platz, am Thalia-Haus (1921/22). Das Haus steht dem Thalia-Theater gegenüber.
  • der lebensgroße(!!!) Elefant mit seinem jungen Reiter in der Straße Pilatuspool am jetzigen DAK-Verwaltungsgebäude Karl-Muck-Platz, erbaut 1919-1920 und 1929-1931. Der 1931 geschaffene Elefant wurde Anfang November 2008 nach seiner Renovierung wieder aufgestellt.
  • die Plastiken am Block Breitenfelder Str. 80/Haynstr. 29-33/Husumer Str. 37/Sudeckstr. 2-6. Der Block wurde 1924-26 von H. u. O. Gerson erbaut. (Angaben aus: Hermann Hipp, „Wohnstadt Hamburg“, Hamburg-Inventar; Themenreihe Bd. 1; 1982 Christians.)
  • die beiden Mädchenstatuen vor dem Haus und der Brunnen im Innenhof des Hauses Daniel-Bartels-Hof. Das Haus steht in der Straße Alter Teichweg nahe der Einmündung in die Bramfelder Straße in Hamburg-Barmbek. Gebaut wurde es in den 1920ern. Die Architekten waren Puls & Richter.
  • die Eichenbalken mit den Stadtteilnamen am Mahnmal für die  i Opfer des Bombenkrieges auf dem Ohlsdorfer Friedhof. Kunstmann hatte die Balken im Oktober 1944 gefertigt, aufgestellt wurden sie erst 1949
  • Grabmal ehemals Eggers (1904), jetzt (2004) Werner Anthes (1931-1974), Ohlsdorfer Friedhof Z22,88-93, eine 2,10 m hohe Madonnenstaue aus Marmor (Bild links)
Ludwig Kunstmann zählte -wie Friedrich Ahlers-Hestermann, Rolf Nesch, Karl Schneider, Friedrich Wield und Johannes Wüsten- zum Künstlerkreis der „Hamburgischen Sezession“. Sie wurde wohl 1919 in Leben gerufen und 1933 von den damaligen Behörden in ihrer weiteren Entfaltung behindert. Die Nationalsozialisten schlossen die zwölfte Jahresausstellung der Gruppe, da die meisten Exponate zur Förderung des „Kulturbolschewismus“ geeignet seien. Die Gruppe wurde aufgefordert, die jüdischen Mitglieder auszuschließen. Daraufhin entschied sich die Gruppe zur Selbstauflösung. Der Inhalt der Vereinskasse wurde in einer gemeinsamen Feier auf den Kopf gehauen.

Die unterschiedlichen Stilrichtungen (Expressionismus, Kubismus, neue Sachlichkeit, Abstraktion) fanden in den Arbeiten der Mitglieder der Gruppe ihren Niederschlag. Mit Jahresausstellungen, ausgelassenen Künstlerfesten, Vorträgen, Konzerten und Theater organisierte die Gruppe ein regelrechtes Kulturprogramm. Die Kritiker beurteilten die künstlerischen Arbeiten der Gruppe bis zum Ende der 1920er überwiegend negativ. Danach wurden die Arbeiten gelobt, bis eben die Auflösung kam.

Quelle: Zeitung „Die Welt“, 12.Februar 2004: Kurze Blüte, jäher Schluss für die Künstler der Hamburger Sezession.

Im ersten Ausstellungskatalog der Hamburgischen Sezession werden die Gründe für die Bildung die Gruppe genannt. Es galt, auch in Hamburg für junge Künstler eine Gemeinschaft zu schaffen, in deren Milieu sie geistige Reibung, Verständnis und damit Unterstützung zum mindesten bei Gleichgesinnten finden. In Paris, München, Berlin findet der Künstler diese Atmosphäre. In Hamburg vermißt er sie.

Man wollte sich abtrennen vom leichtfertigen Schlendrian, von geistlos herabgeleiertem Handwerk, vom gewissenlosen Sichgehenlassen.

Wer mehr wissen möchte, sei auf die Seite www.hamburgische-sezession.de verwiesen.


Seite zuletzt geändert am 27.4.2011