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Straßenbahn-Motorwagen V1 und der Dreiachser


Sambawagen-
Straßenbahnen
in Hamburg

Der Dreiachser, Baujahr 1896

In Hamburg fuhren die ersten vom Fahrdraht gespeisten elektrischen Straßenbahnen im Linienbetrieb am 5.3.1894. Bereits 1896 fuhren 400 elektrische Straßenbahnmotorwagen in Hamburg. Erstmals in 1896 durften die Motorwagen einen Beiwagen führen. Dazu wurden zunächst die alten Pferdebahnwagen verwendet.

Rasch kam man auf die Idee, größere Motorwagen zu verwenden. Man könnte so den Beiwagen einsparen, und das rechnet sich:
kleiner 2-achsiger Triebwagen mit Beiwagen größerer 3- oder 4-achsiger Triebwagen ohne Beiwagen
Personalbedarf pro Zug 2 Schaffner, 1 Fahrer 1 Schaffner, 1 Fahrer
Umsetzen des Motorwagens an der Endhaltestelle abkoppeln, ans andere Ende des Beiwagens fahren (erfordert 2-mal Richtungswechsel), ankoppeln, Richtungswechsel. 1 einziger Richtungswechsel
Sehr schnell kaufte die SEG ein dreiachsiges Lenkgestell des Herstellers „Robinson Radial Truck Ltd“. Ihre Wagenbauanstalt Falkenried setzte einen entsprechend verlängerten Wagenkasten mit zwei Längssitzbänken für insgesamt 30 Fahrgäste drauf. Der Betrieb ergab, dass die Kurvenläufigkeit dieses dreiachsigen Straßenbahnmotorwagen nicht optimal war. Deshalb blieb er ein Einzelstück.

Er wurde 1909 zu einem vierachsigen VH-Triebwagen umgebaut. Sein Äußeres wurde an das Äußere der VH-Wagen angepasst. Er erhielt die neue Wagennummer 1132.


Die V1-Vierachser, Baujahre 1897 bis 1901

1897 hatte Falkenried 10 neue vierachsige Straßenbahnmotorwagen gebaut. Bis 1909 wurden insgesamt 50 neue vierachsige Motorwagen in Betrieb genommen. Nach dem Umbau des Dreiachsers standen 51 Vierachser zur Verfügung.
  Der Dreiachser Die 50 Vierachser
HinweisDer Dreiachser wurde 1909 zum Vierachser umgebaut. Nach dem Umbau gelten auch für ihn die Eintragungen in der rechten Spalte.
Wagenkasten 7,62 m lang 7,80 m lang
Plattformoffenoffen, verkleidet ab Umbau 1925-1927
Länge über Puffer 11,04 m 11,20 m
Nach Umbau 1925-1927:
11,26 m
Radstand 2*2,85 m 1,40 m,
Drehzapfenabstand 4,60 m
Nach Umbau 1925-1927:
1,60 m
Motoren2 * GE 8002 * 16,7 kW (GE 52)
nach Umbau 1927:
2 * 16,7 kW (GE 52)
Wagennummern
bis 1909
600
  • 1897: 910-919 (VE, Drehgestelle mit Schraubenfederung)
  • 1898: 920-925 (VL, Drehgestelle mit Blattfederung
  • 1899: 926-929
  • 1900: 930-949(VH, hölzerner Drehgestellrahmen, Schraubenfederung
  • 1901: 950-959
Wagennummern
ab 1909
1132 1182-1131
Wagennummern und
Typenbezeichnung ab
Umbau 1925-1927
2051, V1 2000-2050, V1
Gesicht eines Hamburger Straßenbahnwagens V1 ab Mitte der 1925erDer Ausschnitt aus dem Foto des ersten 1925 umgebauten V1-Triebwagens zeigt die neue Wagenstirn. Ähnlich sahen auch die Frontpartien der Motorwagen Z1 und Z2 aus, nachdem deren Plattformen verglast waren. Die verglasten Frontpartien der V1-, Z1- und Z2-Triebwagen waren beides: Häßlich und zweckmäßig.

Durch das große Fenster in der Mitte blickte der Fahrer. Da die Straßenbahnmotorwagen damals keine Scheibenwischer hatten, konnte der Fahrer dies Fenster nach innen öffnen und während der Fahrt reinigen. Das kleine Fenster darunter ließ sich nicht öffnen. Es wäre mit der Fahrkurbel ins Gehege gekommen.

Die beiden hohen schmalen Fenster zu beiden Seiten neben den Mittelfenstern ließen sich öffnen. Der Fahrer konnte dann die draußen angehängten Weichenstellstangen bedienen. In den 1920ern hing rechts und links je eine Weichenstellstange, denn es gab noch einige Einzungenweichen. Mit Abschaffung der Einzungenweichen wurde die links angebrachte Weichenstellstange entbehrlich.

Erst 1931 begann man in Hamburg, Straßenbahnmotorwagen mit handbetätigten Scheibenwischern auszurüsten.

Bei den Bombenangriffen Ende Juli 1943 wurden 18 V1-Motorwagen zerstört. Im Zeitraum Juli 1944 bis Oktober 1944 wurden die verbliebenen V1-Motorwagen zu Gütermotorwagen umgebaut. Dazu wurden die Sitzbänke entfernt, große Schiebetüren eingebaut und die seitlichen Fensterscheiben durch Sperrholzplatten ersetzt. Die umgebauten Wagen waren überwiegend im Betriebshof Sandweg beheimatet.

In der Nacht vom 12. auf den 13.Oktober 1944 wurde das Gelände des Betriebshofes Sandweg erneut von Bomben getroffen. 8 weitere V1-Motorwagen wurden dabei zerstört.

Am 20.März 1945 wurde der ehemalige Dreiachser 2051 zerstört,

Somit belief sich der Bestand an V1-Motorwagen bei Kriegsende 1945 auf 24 Stück. 1947 wurden sie neu auf 2001 bis 2024 nummeriert und dienten als Arbeitswagen verschiedener Schattierungen. Die meisten davon wurden 1951/52 verkauft. Im Dezember 1951 konnten somit die restlichen 9 Wagen erneut umnummeriert werden: 2001 bis 2009.

Am längsten in Betrieb blieben davon die beiden Reklamewagen 2007 und 2009: Bis Februar und März 1960


Quellen für diese Seite: [51],[52],[53]
Seite zuletzt geändert am 5.12.2009