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Betriebshof Bahrenfeld
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Tortenschlacht wie im Film... |
Sambawagen- Straßenbahnen in Hamburg |
| Nach Kriegsende hatten die Hamburger nichts zu beißen und eine kalte Wohnung. An der U-Bahn wurden die Kriegsschäden Stück für Stück beseitigt. Dazu verwendete man in der Not auch die Materialien der zerstörten Strecke Hauptbahnhof/Besenbinderhof bis
nach Rothenburgsort, denn da konnte sowieso niemand mehr wohnen. Da stand kein Stein mehr auf dem Anderen.
Auch das Netz der Straßenbahn war erheblich zerstört. Durch die zerstörten Häuser hatte die Oberleitung ihren Halt verloren. Der Fahrdraht lag mit seinen Abspannungen auf der Straße, oft auch noch mit Trümmerschutt zugedeckt. Einige Straßenbahnlinien, wenn auch in ihrer Länge eingeschränkt, konnten dennoch bald wieder befahren werden. Auch die Straßenbahn half, die Bevölkerung am Leben zu halten. Es gab sehr schnell Hamsterlinien. Die Hamburger fuhren in die Randbezirke und versuchten dort bei den Bauern etwas für den knurrenden Magen zu ergattern. Den Bauern ging es gut, hatten sie sich neben den eingetauschten Teppichen auch noch die Eheringe gegen ein paar lächerliche Kartoffeln geben lassen! Später rückten sie überhaupt nichts mehr heraus. Weil sie sonst nichts mehr für ihre Schweine hätten. Die Menschen wichen aus und gingen auf die Felder. Die Bauern kontrollierten ihre Äcker und versuchten die Diebstähle zu verhindern. Auch Hochbahner schoben Hunger. Nur die Hochbahner hatten einen Vorteil! Sie erhielten von der britischen Militärverwaltung eine Ausnahme vom Nachtausgangsverbot. Irgendwie musste der Betrieb auch nachts laufen. Also fuhr mein Vater in Hochbahn-Uniform bis zur Endhaltestelle. Den Kartoffelsack unter dem Mantel versteckt, ging er in der Dunkelheit auf den nächsten Kartoffelacker. Weil er ja an dieser Endhaltestelle bis zum nächsten Tag auf die erste Straßenbahn warten musste, war das Risiko entdeckt zu werden, recht groß. Nicht das Kartoffelkraut mit den daran hängenden Kartoffeln wurde herausgerissen, die Kartoffeln wurden seitlich ausgegraben! Das Kraut blieb unberührt in der Zeile stehen, die Löcher mit der herausgebuddelten Erde wieder sorgfältig verschlossen. Sollte der Bauer im Morgengrauen sein Land ruhig abreiten! Nichts wäre ihm bei der Kontrolle aufgefallen. Das Kraut würde bestimmt noch für viele Stunden stehen bleiben. Wenn der Bauer was gemerkt hätte, dann würde es nicht lange dauern und die deutschen Hilfspolizisten wären zur Suche nach dem Dieb ausgeschwärmt. So wurde also noch in der Nacht der gefüllte Kartoffelsack zur Endhaltestelle geschleppt. Um allen Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen, öffnete er die dort stehende Streusandkiste mit dem Dreikant-Schlüssel und der Kartoffelsack kam unter Verschluss. Er selbst hockte sich an die Streusandkiste und schlief ein. Das Rumpeln der ersten Straßenbahn machte ihn wach. Er holte den Kartoffelsack und stieg hinten in die Bahn ein. Der Sack stand, scheinbar ohne Besitzer, am großen Handrad der Feststellbremse. Endlich ging es nun heimwärts, den Kartoffelsack immer im Blick. Da fragte sich bestimmt so mancher Fahrgast, wem der Sack wohl gehören könnte. Der strenge Blick des nächtlichen Kartoffelernters verhinderte den Gedanken an eine Mitnahme! Käme jetzt die Militärpolizei in den Waggon, wären die Kartoffeln verloren gewesen. Er selbst hätte ja den Ahnungslosen spielen können und wäre nicht verhaftet worden. Ich habe mir erzählen lassen, dass die Kartoffeln sehr gut geschmeckt haben. Ich verrate lieber nicht, wem das Kartoffelkraut später welk wurde! Sonst könnte da noch eine Rechnung kommen, oder? Auch die Endhaltestelle wird nicht genannt! "Kraut drüber" |