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Entstehung der Hamburger Hochbahn AG
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Teil 1 |
Teil 2 |
Die erste Wagengeneration: Die T-WagenDie Anfangsbestellung belief sich auf 80 Wagen mit je etwa 200 PS Motorleistung und bis zu 60 km/h Geschwindigkeit. Die Wagen hatten 34 Sitzplätze auf Zweier- und Dreierbänken und einen weiteren Klappsitz für den Zugbegleiter. Zusätzlich konnten sich 98 stehende Fahrgäste in den Wagen hineinquetschen. Die Angabe 98 Stehplätze basiert auf 8 Personen pro Quadratmeter. Von den 80 Wagen führten 40 Wagen je zur Hälfte 2. und 3. Klasse und 40 Wagen ausschließlich 3. Klasse. Die Fahrgäste 2. Klasse saßen gepolstert auf dunkelgrünem Kunstleder. Die Fahrgäste 3. Klasse saßen auf Holzlatten. Aber auch der Komfort für die Fahrgäste, die lieber standen, unterschied sich. In der 2. Klasse stand man auf Linoleum, in der 3. Klasse auf dem Holzfußboden. Für diesen Komfort zahlten die Fahrgäste in der 2. Klasse den 1½-fachen Fahrpreis. Eine 1. Klasse gab es nicht, denn zur Kaiserzeit wäre die 1. Klasse dem Kaiser vorbehalten gewesen. Die Wagentüren befanden sich fast genau über den Drehgestellmitten. Die Fußbodenoberkante befand sich 25 cm über der Bahnsteigoberkante. Es gab keinen seitlichen Abstand. Aufgrund der Türanordnung über den Drehgestellen war sogar der Einstieg bei gekrümmter Bahnsteigkante schlitzfrei[23], da der Wagenkasten den Bahnsteig übergreift. |
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| Bild: T-Wagen der 3. und 2. Wagenklasse. (Bildquelle: Freiherr von Röll: Enzyklopädie des Eisenbahnwesens, Band 6. Berlin, Wien 1914, Stichwort „Hamburger Schnellbahnen“. Der Text zu diesem Stichwort trägt einen Hinweis auf Dr. Gustav Kemmann (*10.6.1858; †9.2.1932) als Verfasser. | |
| i Innenaufnahmen von den Museumswagen 11 und 220 (mit Rückwärtslink hierher). | |
| Bei den Wagen 2. und 3.Klasse befand sich der Fahrerstand in im Raum der 3.Klasse. Im ersten und letzten Wagen eines Zuges waren dadurch die Fahrgäste 2.Klasse besser geschützt als die Fahrgäste 3.Klasse. Die Längsbänke boten 3 Fahrgästen Platz,
die Querbänke boten zwei Fahrgästen Platz. Der Zugbegleiter konnte sich in seiner Nische neben der Fahrerkabine auf einen Klappsitz setzen. Die Sitzaufteilung in den reinen 3.Klasse-Wagen war identisch.
Bild links: Fahrerstand im Museumswagen 11 Die Antriebsleistung von etwa 200 PS pro Wagen wurde je nach Hersteller durch zwei 74 kW-Motoren von Siemens oder zwei 81 kW-Motoren von der AEG erbracht. Die Achsformel ist (A1) (1A), d.h. ein Motor pro Drehgestell. Auf der Fahrschalterkonsole waren 10 Fahrstufen markiert. Bei den Fahrstufen 1 bis 5 waren die beiden Fahrmotoren in Serie geschaltet, bei den Fahrstufen 6 bis 10 waren sie parallel geschaltet. In den beiden höchsten Fahrstufen 9 und 10 wurden den Motorankern Shunt-Widerstände parallelgeschaltet. Der Shunt sollte die bei hoher Drehzahl steigende „Gegen-EMK“ reduzieren (Feldschwächung). Entsprechend waren die Fahrstufen
i Exkurs: Die Lieferungen der T-Wagen der HHA in tabellarischer Übersicht Die Bezeichnung T-Wagen wurde erst 1958 eingeführt. Sie galt für alle damals nicht umgebauten U-Bahn-Personenwagen bis zur 15. Lieferung. Die nach dem Zweiten Weltkrieg mit neuen Wagenkästen versehenen i Wiederaufbauwagen erhielten die Typenbezeichnung „B-Wagen“. Ab 1958 wurden sie als „TU1“ bezeichnet. Die ab 1959 gundlegend modernisierten und mit einem neuen Aufbau und einer Außenhaut aus rostfreiem Stahlblech versehenen i Modernisierungswagen wurden als TU2 bezeichnet. Ihr Spitzname war „Silberling“.
Die gemachte Angabe „0,7 m in der Sekunde“ zur Beschleunigung ist verkehrt. Es hätte heißen müssen „0,7 m/s in der Sekunde“. Unter Beschleunigung versteht man die Änderung der Geschwindigkeit in der Zeit - nicht aber die Geschwindigkeit selbst. Die Bauweise dieser sogenannten T-Wagen basierte auf derjenigen der Berliner U-Bahnwagen. Es gab je Wagen einen Hauptfahrerstand, so dass zwei Rücken an Rücken zusammengekoppelte Wagen in beide Richtungen fahren konnten. Tatsächlich war jeder Wagen alleine fahrfähig. In der Anfangszeit der Hochbahn war die Zuglänge auf 4 oder 5 Wagen begrenzt, da die Bahnsteige für längere Züge zu kurz waren. Die Angaben in unterschiedlichen Quellen unterscheiden sich: 60, 67 bzw. 70 m Bahnsteiglänge, 4 bzw. 5 Wagen maximale Zuglänge. Die ersten 80 T-Wagen wurden bis 1912 geliefert. Ab Herbst 1913 kamen 50 Wagen hinzu. Die weiteren Wagen waren dringend erforderlich, denn die anfängliche Begeisterung der Fahrgäste ebbte im Laufe des Jahres 1912 ab, da die Anzahl der Fahrgäste zu groß war. So wurde das Betriebspersonal angewiesen, die Wagentüren bereits dann zu schließen, wenn die Wagen voll besetzt waren. Somit blieben Fahrgäste auf dem Bahnsteig zurück. Bei übermäßigem Andrang wurde der Zugang zu den Bahnsteigen gesperrt (das ging damals, da die Fahrkarten der Fahrgäste an Schalterhäuschen vor Zutritt zu den Bahnsteigen kontrolliert wurden. Die Schalterhäuschen hatten den Namen „Schaffnerwannen“). Als Betriebsbremse diente eine Knorr-Lambertsen Druckluft-Klotzbremse. Die Bremsklötze waren aus Grauguss - pro Wagen und Jahr fielen etwa 750 kg Gusseisenstaub an. Jeder Wagen besaß seine eigene Kompressoranlage. Zum Abstellen der Wagen diente eine Handspindelbremse. Als Kupplungen wurden anfänglich Mittelpuffer-Bolzenkupplungen verwendet. Luft- und Steuerleitungen wurden von Hand verbunden. Ab 1925/26 wurde auf selbsttätige Scharfenberg-Kupplungen umgestellt. Über die Dauer der Umstellung kursieren verschiedene Angaben. Demnach war die Umstellung entweder 1927, 1928 oder 1929 abgeschlossen. Mit den Scharfenberg-Kupplungen wurden auch die Strom- und Luftleitungen von Wagen zu Wagen angeschlossen. Gelöst wurden die Kupplungen durch einen seitlichen Seilzug. Der Wagenkasten lag auf einem zusammengenieteten Stahlrahmen aus 300 mm hohen U-Profilen. Die 2 mm dicke Stahlblechbeplankung wurde durch einen Eichenholzrahmen in Form gehalten. Das Tonnendach war eine mit Segeltuch bespannte Holzkonstruktion. Der Außenanstrich war anfänglich für die obere Wagenhälfte cremefarben, für die untere zitronengelb, später maisgelb (3.Klasse) oder rot (2.Klasse). Während des 1.Weltkrieges wurde die Farbe der oberen Wagenhälfte in dunkelgrün geändert. Ab 1920 wurde die Farbe der oberen Wagenhälfte in resedagrün geändert. Zum 17.12.1920 wurde die Klasseneinteilung aufgehoben. Die Trennwände in der Wagenmitte zwischen der 2. und 3. Klasse wurden entfernt, die Polstersitzbänke der 2. Klasse wurden durch Holzsitzbänke ersetzt. Danach, ab Juni 1921, war das Rauchen in den mit „Raucher“ gekennzeichneten Wagen gestattet. Erst Ende 1963 wurde den Fahrgästen das Rauchen in der Hamburger U-Bahn untersagt. |
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| Museumszug der Hamburger Hochbahn am 29.Juni 2002 an der Haltestelle Baumwall. Die Fahrgäste genießen offensichtlich die Fahrt. Besonders glücklich sind diejenigen, die den Zugbegleiterplatz neben dem Fahrerstand ergattert haben und somit direkt
auf die Strecke blicken können.
Die U-Bahn Wagen 11 und Wagen 220 bilden einen Museumszug. Wagen 11 wurde am 28. Februar 1912 in Betrieb genommen. Er ist der älteste betriebsfähig erhaltene U-Bahn-Wagen Deutschlands. Sein Fahrgastraum ist in zwei Abteile für die 2. und 3. Klasse geteilt. Wagen 220 wurde 1920 oder 1921 gebaut. Beide Wagen wurden in der Waggonfabrik Hamburg-Falkenried gebaut. Sie wurden 1969 aus dem fahrplanmäßigen Einsatz genommen. So ganz im Originalzustand sind die Museumswagen nicht. Anfänglich hatten die Wagen noch keine Scharfenberg-Kupplung, und der „Kletterschutz“ (die Zahnreihe an der Stirnseite des Untergestells, die das Abrasieren der Aufbauten bei Auffahrunfällen vermeiden soll) wurde erst ab 1926 nachgerüstet. Anders als beim Museumswagen entfielen mit dem Einbau der Scharfenbergkupplung der Druckluftschlauch und die Stromsteckdose an der Wagenfront. |
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| Museumszug der Hamburger Hochbahn am 29.Juni 2002 an der Haltestelle Baumwall. | |
Die Streckenerweiterungen bis zum 2. WeltkriegDie Streckenerweiterungen bis zum 2. Weltkrieg sind:
Bei der Streckenführung fällt auf, dass sich die Strecken auf das Hamburger Gebiet beschränkten. Wenn man in Hamburg arbeitete, aber nicht in Hamburg, sondern in Altona, Wandsbek oder gar Harburg wohnte, zahlte man seine Steuern nicht in Hamburg. Folglich wurde der Weg zur Arbeit nicht durch die U-Bahn erleichtert. Siehe dazu: i Das Groß-Hamburg-Gesetz von 1937. Heute (Januar 2002) befördert die Hochbahn in 815 Fahrzeugen jährlich fast 170 Millionen (statistische) Fahrgäste. Das Netz umfasst 101 Kilometer (davon 40 km unterirdisch) mit 89 Haltestellen. Obwohl Altona und Harburg jetzt zu Hamburg gehören, werden diese beiden Stadtteile nicht von der U-Bahn bedient. Seit Einführung des Hamburger Verkehrsverbunds ist dies jedoch kein wesentlicher Nachteil mehr, denn man kann ohne Zuzahlung zwischen fast allen öffentlichen Nahverkehrsmitteln umsteigen - somit ist auch die S-Bahn, die mehr die Vororte einschließlich Altona und Harburg bedient, voll akzeptiert. |
Die Freihafen-Hochbahn |
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| Foto: Freihafen-Elbbrücke im März 2007. Bearbeitetes Foto des Wikipedia-Benutzer GeorgHH. Das Foto wurde von ihm gemeinfrei gestellt. |
| Auch in den Freihafen sollte einst eine Hochbahn führen. Fast schon wissenschaftlich genaue Details dazu findet man in Gleismanns Bahnhof von Karsten
Leiding.
Wenn man die 1926 fertiggestellte Freihafen-Elbbrücke passiert, fällt die eigenartige Konstruktion dieser Brücke auf. In ihrem oberen Stock sollte die Freihafen-Hochbahn nach Steinwerder fahren. Die Brücke ist breit genug, um im oberen Stock zwei Hochbahn-Gleispaare aufzunehmen. Die Brücke ist 471 m lang und steht unmittelbar neben der Eisenbahnbrücke. Sie trägt drei Fahrspuren für den Straßenverkehr, ein Eisenbahngleis der Hamburger Hafenbahn, einen breiten Fußweg und ihr oberes Stockwerk. Auf die Idee, die links- und rechtsseitigen Teile des Freihafens durch eine Straßenbrücke innerhalb des Freihafens miteinander zu verbinden, kam man vor dem Ersten Weltkrieg. Gleichzeitig war man von der gerade eingeführten Hochbahn begeistert und plante eine Hochbahnstrecke in den Freihafen. So kam es zu der eigenartigen Brückenkonstruktion. Die Ausschreibungsunterlagen für die neue Brücke datieren von 1915[20,Seite 118]. 1916 begann der Bau. Die Bauarbeiten wurden kriegsbedingt am 1.2.1917 eingestellt und erst 1924 wieder aufgenommen. Die Baukosten beliefen sich auf 5,42 Millionen Mark. Dies entspricht einer Kaufkraft von 21 Millionen € in 2008. |
Hinweise auf einige weitere Websites und Literatur
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