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Die Ringlinie der Hochbahn:
Stationen


Inhaltsverzeichnis
Hamburger U-Bahn
Die Ringlinie in Hamburg So funktioniert es:

Den schwarzen oder roten Punkt bei der entsprechenden Station anklicken!

Architekten
Von allen U-Bahn-Stationen sind bei Google.maps Luftaufnahmen verfügbar. Man kann dazu z.B. „Hamburg, U-Bahn-Klein Borstel“ (ohne die Anführungszeichen) im Suchfeld eintippen. Man erhält einen Straßenkarte und eine Schaltfläche, die die Straßenkarte mit den passenden Satellitenfotos überzieht. Die Darstellung ist vergrößerbar - häufig soweit, dass man die Art der Autos erkennen kann. Im Zusammenhang mit der Ringlinie besonders interessant sind die Satellitenaufnahmen des Bahnhofs Barmbek und seiner Umgebung bis zur Hochbahnwerkstatt an der Hellbrookstraße. Ähnliches gilt für „Hamburg, Landungsbrücken“.
Historische Zuglaufschilder der Rimnglinie (4.12.2011)Foto links: Zuglaufschild für T-Wagen der 1. bis 13. Lieferung aus der Zeit nach dem 2. Weltkrieg bis zu deren Ausmusterung. Die letzten dieser T-Wagen gingen 1970 außer Betrieb. Die Wagen führten außen vor dem Fahrerstand einen Schildersteckkasten mit einem Vorrat an Zuglaufschildern (Foto aufgenommen im Nahverkehrsmuseum Kleinbahnhof Wohldorf am 4.12.2011).

Die Hamburger Hochbahn AG wurde 1911 für den Betrieb der Hamburger Hoch- und Untergrundbahn gegründet. Eigentümer waren zunächst die Erbauer der Hoch- und Untergrundbahn. Es waren die Berliner Firmen AEG und Siemens & Halske.

Als erster Abschnitt ging der sogenannte „Ring“ in Betrieb: Diese 17,5 Kilometer lange geschlossene Ringstrecke mit 23 Stationen verband die Innenstadt und den Hafen mit den Wohngebieten in den Stadteilen- insbesondere mit Barmbek und Eppendorf. Der damalige Ring wird nicht mehr als Ring befahren. Die U2 befährt den östlichen Teil zwischen Barmbek und Berliner Tor, die U3 befährt den südlichen, westlichen und nördlichen Teil von Berliner Tor bis ebenfalls Barmbek.

Man sagt: „Eine Rundreise auf der ehemaligen Ringstrecke ist eine preiswerte Stadtrundfahrt“. Aber Vorsicht! Man muss die richtige Fahrkarte kaufen, um nicht als Schwarzfahrer unterwegs zu sein- lassen Sie sich von einem Mitarbeiter der HHA beraten!

Die Hamburger Hochbahn benutzt überwiegend Mittelbahnsteige, d.h. die Bahnsteige liegen zwischen den beiden Richtungsgleisen, und der Fahrgast kann von einem Bahnsteig aus in beiden Fahrtrichtungen einsteigen.

Auf dem Streckenabschnitt Dehnhaide bis Landungsbrücken dagegen wurden Seitenbahnsteige gebaut, d.h. die beiden Richtungsgleise befinden sich zwischen zwei getrennten Bahnsteigen. Die Fahrgäste des Streckenabschnitts von Barmbek zum Hafen sollten immer auf der gleichen Seite aussteigen können. Für genau eine Haltestelle auf diesem Streckenabschnitt war die Einrichtung eines Mittelbahnsteigs unzweckmäßig. Die Tunnelhaltestelle Mönckebergstraße liegt nahe der Oberfläche und in Straßenmitte. Deshalb hätte man bei Verwendung eines Mittelbahnsteigs eine Fußgängerinsel für den gemeinsamen Haltestellenzugang bauen müssen. Darauf hatte man verzichtet. Statt dessen hat man gleich alle Haltestellen des Streckenabschnitts außer Hauptbahnhof mit den unzweckmäßigeren Seitenbahnsteigen ausgestattet.

Viergleisig angelegt sind die Stationen Barmbek, Berliner Tor, Kellinghusenstraße, Hauptbahnhof im ursprünglichen Bauzustand und Saarlandstraße. Dort gibt es Richtungsbahnsteige, die das Umsteigen ohne Treppensteigen ermöglichen, sofern man in der entsprechenden Richtung weiterfährt. Die obere Ebene des Bahnhofs Schlump ist dreigleisig angelegt.

Die Stationen der Ringstrecke sollten repräsentieren, sie sollten modern und einzigartig sein. Es wurde nicht gespart: Sandstein und Granit schmückten die Außenwände, Marmor und Majolika-Kacheln das Innere. Jede Station hatte eine besonders für sie entworfene Ausgestaltung- von den Türen über die Türklinken bis hin zu den Leuchten.

Heute stellen sich die Stationen erheblich anders dar als 1912, dem Jahr der Betriebseröffnung!


Erstaunlich wenig hat sich an der Fahrdauer für eine vollständige Umrundung geändert. Sie betrug 45 Minuten. Am 4.Oktober 1933 wurde sie auf 40 Minuten herabgesetzt[47,Seite 70]. Aus dem Fahrplanbuch von 1977 errechnet sich eine Fahrdauer von 39 Minuten. Das Fahrplanbuch von 2009 gibt 38 Minuten an.
Architekten: Auftraggeber für den Bau der Hochbahn war die Freie und Hansestadt Hamburg. Verantwortlich für die Architektur war deren Ingenieurwesen der Baudeputation. Aufträge zur architektonischen Gestaltung wurden an verschiedene Architekturbüros vergeben.

Über die Planung und den Bau der Stahlkontruktionen der Brücken und Viadukte schloss die Bauverwaltung einen Vertrag mit der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg (MAN), Brückenbauanstalt Gustavsburg in der Nähe von Mainz, ab[27,Seite 48].

  • Den größten Anteil erhielt die Architektengemeinschaft Raabe & Wöhlecke aus Altona. Sie war bereits bei den Landungsbrücken und beim Elbtunnel beteiligt gewesen,
  • Der zweitgrößte Happen ging an die Architekten Johann Emil Schaudt (*14.8.1871 Stuttgart; †6.4.1957 Berlin) und Walther Puritz (*20.8.1882 Berlin; †1957). Schaudt genoss eine gute Reputation, denn er war der Architekt des Bismarck-Denkmals.
  • Von der Siemens & AEG Bauverwaltung für den Bau der Hochbahn tritt zweimal der Regierungsbaumeister Volz in Erscheinung. Er war auch Architekt oder Mitarchitekt beim Kraftwerk und des Verwaltungsgebäudes der Hochbahn an der Hellbrookstraße in Barmbek.
  • Ebenfalls zweimal erscheint Eugen Göbel (Oberbaurat in Hamburg 1906-1930, *20.09.1875 Reinbach/Hessen; †30.01.1937 Hamburg) als Baumeister bzw. Architekt.
  • Hans Ludwig Martin Loop (*03.08.1891 Hamburg; †25.10.1973 Bad Bevensen) erscheint als Hans Loop einige Male in den 1950ern.

Bei einigen Haltestellen ist mir der Name des bzw. der Architekten unbekannt.

Architekten (Liste nicht vollständig)

  • Barmbek, Architekt 1906: Baumeister Eugen Göbel, 1965: Sandtmann & Grundmann
  • Dehnhaide, Architekten 1912: Raabe & Wöhlecke, 1930: Distel & Grubitz, 1995: Grundmann + Hein
  • Hamburger Straße, Architekten 1912: Rambatz und  i Jollasse
  • Mundsburg, Architekten 1912: Raabe & Wöhlecke, 1985: Grundmann, Rehder
  • Uhlandstraße, Architekten 1912: Raabe & Wöhlecke
  • Lübecker Straße, Architekten 1912: Raabe & Wöhlecke, 1961: Sandtmann & Grundmann
  • Berliner Tor, Architekt 1912: Erich Elingius
  • Hauptbahnhof Süd, Architekten 1960: Sandtmann & Grundmann
  • Mönckebergstraße, Architekten 1912: Raabe & Wöhlecke
  • Rathaus, Architekten 1912: Raabe & Wöhlecke für die Bahnsteighalle, Gustav Hart und Alfred Lesser für die Eingänge, 1956: Hans Loop
  • Rödingsmarkt, Architekten 1912: Raabe & Wöhlecke
  • Baumwall, Architekten 1912: Siemens & AEG Bauverwaltung (Vogel, Volz)
  • Landungsbrücken, Architekten 1912: Schaudt und Puritz, 1959: Hans Loop und Fritz Trautwein
  • St. Pauli, Architekten 1912: Schaudt und Puritz, 1997: Trapez Architektur
  • Feldstraße, Architekten 1912: Raabe & Wöhlecke. 1954: Hans Loop
  • Sternschanze, Architekt 1912: Siemens & AEG Bauverwaltung (Regierungsbaumeister Volz)
  • Schlump, Architekten 1912: Schaudt und Puritz, 1953: Hans Loop, 1968:  i Horst Sandtmann
  • Hoheluftbrücke, Architekten 1912: Schaudt und Puritz
  • Eppendorfer Baum, Architekten 1912: Schaudt und Puritz, 1967: Horst Sandtmann
  • Kellinghusenstraße, Architekten 1912: Raabe & Wöhlecke, 1931 Fußgängerbrücke am Südende der Bahnsteige: Walther Puritz
  • Sierichstraße, Architekten 1912: Raabe & Wöhlecke
  • Borgweg, Architekt 1912: Baumeister Eugen Göbel, 1954: Günther Palatzky[http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/1998/13/html/7.pdf, abgerufen 31.1.2011] oder aber Hans Loop[6,Seite 50] (widersprüchliche Angaben), 1994: Planungsgruppe Nord
  • Saarlandstraße, Architekt 1912: F.Jacobsen (oder Jacobssen? [99, Heft 1/1997]), 1928: Walther Puritz
Eine Web-Darstellung wird anders gelesen als ein Buch. Im Vergleich zu einem Buch enthält sie weniger Informationen und die Darstellung von Bildern leidet unter der geringen Pixeldichte des Bildschirmes. Falls Sie sich für die Architektur der Bahnbauten in Hamburg interessieren, empfehle ich die Anschaffung der folgenden Bücher:

Anne Frühauf: Die Bauwerke des Schienenverkehrs in Hamburg, Hamburg 1994 und
Hamburger Hochbahn AG: Stationen Hamburger Architektur, Hamburg 2008

Zur weiteren Lektüre im Web empfehle ich „Die Geschichte der Hamburger Hochbahn“, dort im linken Navigationsrahmen „Strecken“ und danach „Der Ring“. Man findet dort eine detaillierte Schilderung des Baus der Ringlinie mit vielen historischen Fotos.

Für die U-Bahn gilt die Betriebsordnung Straßenbahnen (BOStrab). Diese kennt keine Bahnhöfe, sondern nur Haltestellen. Hiervon abweichend, betrachte ich U-Bahn-Haltestellen mit Weichen als Bahnhöfe. Bei der Eisenbahn ist ein Bahnhof eine Bahnanlage mit mindestens einer Weiche. Hier beginnen, enden, kreuzen, überholen oder wenden Züge.


Seite zuletzt geändert am 31.1.2012