| Der Ingenieur Julius Pintsch erfand 1867 das Fettgas (auch Ölgas genannt). Dies Gas wird aus flüssigen Fetten, aus Petroleumrückständen, aus Paraffinöl oder aus Teerölen (fallen bei der Vergasung
von Braunkohle an) gewonnen. Fettgas lässt sich hochkomprimiert transportieren, so dass die Gasbehälter an den Wagen klein gehalten werden konnten und trotzdem eine Beleuchtungsdauer von 30 bis 40
Stunden ermöglichten. Ab 1870 wurde die Fettgasbeleuchtung in den Personenwagons eingeführt.
Für den Transport des Gases zu den Bahnhöfen, die keine eigenen Fettgaserzeugungsanlagen hatten, dienten die Gaswagen. Erbaut wurden sie von der Julius Pintsch AG in Berlin-Fürstenwalde und
sahen um 1900 genauso aus wie der DRG-Gasbehälterwagen.
Später wurde das Azetylen-Gas eingeführt. Ab 1900 wurde es dem Fettgas beigemischt. Die Leuchtstärke der Gasbrenner erhöhte sich dadurch auf das 15fache.
Ab 1909 konnte man auf die Beimischung von Azetylen verzichten und wieder reines Fettgas verwenden, denn statt Gasbrenner konnten jetzt Glühstrümpfe zur Beleuchtung in den Personenwagen verwendet
werden.
Die Gasbeleuchtung der Personenwagen stellte ein beträchtliches Gefährdungspotenzial dar. Wurde bei Unfällen der mitgeführte Gasbehälter beschädigt, reichte bereits ein Funke zur Entzündung des Gases- schon brannte der Wagen lichterloh.
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